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Denken wir heutzutage an Telemann und Frankreich, fallen uns unweigerlich zuerst die sogenannten „Pariser Quartette“ und Telemanns triumphale Reise nach Paris 1737 ein. Doch schon seit seiner Jugend war Telemann von französischer Kultur umgeben, studierte und kopierte französische Musik. Während seiner Leipziger Studienjahre pflegte er den Kontakt zu französischen Virtuosen der Dresdner Hofkapelle. In Eisenach richtete er ab 1708 eine Hofkapelle nach Versailler Vorbild ein. Die Mehrzahl seiner Opern basierte auf französischen Libretti und er selbst betätigte sich auch als Übersetzer. So zieht sich Telemanns Beschäftigung mit der französischen Musikkultur und seine Faszination für diese durch sein gesamtes Leben.
Im Zentrum dieses Albums stehen vier im französischen Stil gehaltene Sonaten für Traversflöte und Basso continuo. Die Werke sind Bestandteil eines handschriftlichen Sonatenbandes, der sich in der Bibliothèque du Conservatoire royal de Bruxelles unter der Signatur MS 15.115 befindet. Die Sinfonie à Flûte traverse seule, à la Françoise h-Moll aus „Der getreue Musikmeister“ wiederum trägt ihre Orientierung sogar im Namen. Die 36 Fantasien für Cembalo solo (TWV 33) gehören zu einer Reihe von Werken, die Telemann um 1730 in Hamburg herausgab; 12 von ihnen stehen deutlich im französischen Geschmack. 1728 und 1730 veröffentlichte Telemann zwei Sammlungen mit je 50 Menuetten (TWV 34), in denen er sich als musikalischer Meister dieser kleinen, durch und durch französischen Tanzform präsentiert. Werke aus TWV 33 und 34 runden die CD ab. Die Brüsseler Sonaten sind hier als Ersteinspielung zu hören, einige der weiteren Werke erklingen erstmals in den hier zu hörenden Bearbeitungen.