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Als die Pianistin Tatiana Kozlova begann, sich anlässlich des 150. Jubiläums mit der Komposition „Jahreszeiten“ von Peter Tschaikowsky auseinanderzusetzen, dachte sie zunächst daran, sie als Naturbilder und Szenen des alltäglichen Lebens zu interpretieren. Das gründliche Studium der Notentexte und der Begleitumstände der Entstehung des Zyklus brachte sie jedoch zu ganz anderen, faszinierenden Ergebnissen. Besonders die Kenntnisse über die Tschaikowsky für jeden Monat vorgelegten russischen Gedichte, aber auch über die russische Literatur und Kultur jener Zeit bilden den Hintergrund ihrer ungewöhnlichen Einspielung.
Tschaikowsky komponierte die „Jahreszeiten“ im Auftrag des berühmten St. Petersburger Verlegers Nikolai Bernard. Der erbat einen Zyklus von Klavierstücken für seine Zeitschrift „Le Nouvelliste“, die jeweils zum Monatsbeginn erscheinen und so einen vollständigen Jahreszyklus bilden sollten. Er schickte Tschaikowsky zu jedem Monat ein Gedicht, welches eine Anregung für die Kompositionen geben sollte. Das Autograph aller zwölf Stücke entstand zwischen Dezember 1875 und Mai 1876. Erst danach beschloss Bernard, sie auch außerhalb des Kontextes von „Le Nouvelliste“ als Zyklus unter dem Titel „Jahreszeiten“ mit der Opuszahl 37bis oder 37a zu veröffentlichen. Dieser Zyklus von zwölf Stücken nimmt im Gesamtwerk Tschaikowskys eine Ausnahmestellung ein. Die philosophische und metaphorische Bedeutung des Werkes reicht weit über die Musik hinaus.