• Franz Bandorf

Max Schloß 1814–1875

  • Verlag Klaus-Jürgen Kamprad

49,80 €

inkl. gesetzlicher MwSt., zzgl. Versandkosten

  • Beschreibung
  • Inhalt
  • Details

Max Schloß, geboren in eine Familie des fränkischen Landjudentums, ausgebildet in Würzburg zum israeli- tischen Religionslehrer, wagte nach kurzer Unterrichtstätigkeit den Sprung auf die Opernbühne: In Frankfurt am Main trat er in den Opernchor ein. Bald führte ihn die Solistenlaufbahn als Tenor nach Bremen und Hamburg, es folgten Verpflichtungen in Detmold, Dresden, Breslau, ab 1848 für zehn Jahre in Kassel.

Mit dem erneuten Ruf nach Dresden im Jahr 1858 begann seine Tätigkeit als Regisseur der Oper am Kö- niglich Sächsischen Hoftheater. Mit Hingabe hat er dazu beigetragen, den Alltag der „Opernmaschine“ am Laufen zu halten. Unter den von ihm inszenierten, mit Spannung erwarteten Erstaufführungen befanden sich u. a. Bühnenwerke von Wagner, Meyerbeer, Verdi und Rubinstein. Impresario Bernhard Pollini holte Max Schloß 1874 als Oberregisseur an das Stadttheater Hamburg.

Eine Schattenexistenz hatte Schloß während seines Lebens nicht geführt. Trotzdem ruht er heute im Schat- ten der Geschichte, so gut wie unbekannt, vergessen nicht nur in seinem Heimatdorf Untereisenheim am Main. Obwohl er 17 Jahre in Dresden wirkte, stellt er in der dortigen Biographik keine vertraute Figur dar. In den Ordnungssystemen von Archiven und Bibliotheken sowie in Anmerkungen zu wissenschaftlichen Quelleneditionen wird gar durchweg ein unzutreffendes Geburtsdatum des Künstlers tradiert.

Das vorliegende Buch verfolgt das Ziel der Annäherung an eine deutsch-jüdische Biographie als Erkundung zur Kultur-, Gesellschafts- wie auch Alltagsgeschichte im Getriebe des Opernschaffens in der Zeit der entste- henden Bürgergesellschaft. Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Pressestimmen lassen den Leser eintau- chen in das 19. Jahrhundert mit seinen Auf- und Umbrüchen und eröffnen ihm die lebendige Atmosphäre der damaligen Opernwelt, die, getragen von Hoftheatern und einer aufstrebenden Bürgergesellschaft, durch eine bereits erstaunlich hohe Mobilität innerhalb Europas überrascht.

Einleitung

1. Deutschland 1861/62. Ein Hofopernsänger und ein Landrichter, oder: eine Auswanderung von Bayern nach Sachsen

1.1  Das Gesuch

1.2  Die Untersuchung

1.3  Der Beschluss

1.4  Die Begnadigung

2. Herkunft und Namensproblematik

2.1  Politische und gesellschaftliche Umbrüche

2.2  Die kleine jüdische Gemeinde in Untereisenheim

2.3  Das Geburtsdatum von Max Schloß – Versionen und Wirklichkeit

2.4  Judenedikt – Judenmatrikel

2.5  Von Moses Samuels zu Moses Schloß

2.6  Die wirtschaftliche Situation der Familie

3. Kindheit, Ausbildung, Schuldienst

3.1  Besuch des Schullehrer-Seminars in Würzburg

3.2  Das Würzburger Stadttheater um 1833/34

3.3  Lehrtätigkeit in Goldbach

4. Auf dem Weg 1839 – 1845

4.1  Auftakt in Frankfurt am Main und Bremen

4.2  Als Gastsänger in Hamburg

4.3  Die Detmolder Jahre 1841 – 1845

5. Zwischenspiel in Dresden 1845/46

5.1  Der „Contract“

5.2  Ein Blick auf das Königliche Hoftheater zu Dresden

5.3  Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg – Notizen zur Uraufführung

5.4  Die Aufkündigung des „Contracts“

5.5  Die Vermählung

6. Zwei Jahre in Breslau (heute: Wrocław) 1846 – 1848

7. Der Höhepunkt der Sängerkarriere am Kurfürstlichen Hoftheater zu Kassel 1848 – 1858

7.1 Der Kontrakt vom 22. Mai 1848 7.2 Vertragsverlängerungen

7.3 Im Spiegel der Kritik

7.4 1853: Kassels erster Tannhäuser 7.5 Familie Schloß in Kassel

7.5 Familie Schloß in Kassel

7.6 Der Ruf aus Dresden: „eine glückliche Fügung“

8. Die Jahre 1858 – 1874 am Königlich Sächsischen Hoftheater zu Dresden

8.1 Das Engagement als Sänger und Regisseur – ein schwieriger Start

8.2 Hohe Erwartungen – die Doppelbelastung 8.3 Regie im Auftrag der Generaldirektion

8.4 Inmitten der Autoritäten des Taktstocks 8.5 Mitwirkung am Spielplan

8.5 Mitwirkung am Spielplan

8.6 „In Scene gesetzt vom Herrn Regisseur Schloß“

8.7 Max Schloß und die Gesangssolisten

8.8 Im Netzwerk des mitteleuropäischen Opernbetriebs 8.9 Dresdner Erstaufführungen unter Regisseur Schloß 8.10 Die Auflösung des Vertrags

9. Als Oberregisseur am Stadttheater Hamburg 1874/75

9.1 Auf dem Höhepunkt der Möglichkeiten

9.2 Das Repertoire 1874/75: Rezensionen und Rezeption – eine Auswahl

9.3 Vorbereitungen auf die kommende Spielzeit

10. „Meiner Familie Lebensglück“

11. Resümee

Anhang

Festeinband

17 x 24 cm

420 Seiten

zahlreiche Abbildungen, teilweise vierfarbig

Deutsch

ISBN: ISBN 978-3-98753-000-5

 

Informationen zur Produktsicherheit (GPSR)

Empfohlene Artikel

Claudius Böhm (Hrsg.): Johann Adam Hiller – Kapellmeister und Kantor, Komponist und Kritiker

Johann Adam Hiller

Kapellmeister und Kantor, Komponist und Kritiker

Christoph Dennerlein, Michael Märker (Hrsg.): Goldglanz und Schattenwürfe. Die Sächsische Staatskapelle Dresden in den Jahren 1923 bis 2023

Goldglanz und Schattenwürfe

Die Sächsische Staatskapelle Dresden in den Jahren 1923 bis 2023