Walter Ulbricht und die heimliche Hymne
Sogenannte heimliche Hymnen, also auf ein bestimmtes Areal bezogene Lieder, die viel populärer sind als die offiziellen Hymnen des Areals, gibt es etliche. Thüringen hat auch so eine, nämlich das Rennsteiglied. Der singende Suhler Friseurmeister Herbert Roth komponierte es 1950, sein Jugendfreund Karl Müller schrieb den Text. Am 15.4.1951 fand der erste öffentliche Auftritt Roths mit seinem Suhler Volksmusik getauften Ensemble statt, und zwar im damaligen Gemeindesaal in Hirschbach bei Suhl. Bei diesem Auftritt stand auch das von Roth und seiner langjährigen Gesangspartnerin Waltraut Schulz gesungene Rennsteiglied im Programm und erlebte somit seine erste öffentliche Aufführung – und zwar im Zugabenblock.
Wie das Lied ankam, welche Rolle Walter Ulbricht bei seiner Popularisierung spielte und was der Rundfunk damit zu tun hatte – diese Geschichte erzählt Torsten Unger im Buch „Vom Kofferstudio zum Mediencenter“ zusammen mit noch vielen anderen aus der Geschichte des Rundfunks in Thüringen.