Schumanns Schatten
Der Name des 1905 in Chemnitz geborenen, aus einer liberalen jüdischen Familie stammenden Musikers Hans Lichtenstein war in seiner Geburtsstadt lange Zeit praktisch vergessen. Das änderte sich erst 2020, als ein Stolperstein für seinen in Theresienstadt umgekommenen Vater Oscar verlegt wurde, und dann markant 2023, als im Rahmen der Tage der jüdischen Kultur Sabine Lichtenstein, Hans' Tochter, in Chemnitz einen Vortrag über das Leben und Schaffen ihres Vaters hielt, der ab 1932 hauptsächlich in den Niederlanden arbeitete und dort in verschiedenen Verstecken der Deportation während der Besatzungszeit entging.
Seither besteht wieder eine enge Verbindung zwischen Chemnitz und der Familie Lichtenstein, die jetzt ihren Ausdruck in einem weiteren Vortrag beim Chemnitzer Musikverein findet: Am 04.05.2026 um 18.30 Uhr spricht Sabine Lichtenstein im Kammermusiksaal der Städtischen Musikschule Chemnitz zum Thema „Genoveva – Gedanken über Oper, Schumanns Sittengemälde und Wagners Mythen“. Wer schon immer wissen wollte, welche Qualitäten Wagners gleichzeitig entstandener „Lohengrin“ Schumanns „Genoveva“ voraus hat und welchen Schatten der Misserfolg auf Schumanns weiteres Leben und Schaffen warf, der ist hier richtig. Der Eintritt ist frei. Wer sich darüber hinaus für die Lichtenstein-Familiengeschichte und deren Verbindungen nach Chemnitz interessiert: Das Buch über Hans Lichtenstein ist noch erhältlich.
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