NetzWERKE in vielerlei Hinsicht
Die Infrastruktur und ihr Schutz ist aktuell wieder einmal in aller Munde, unabhängig von der Frage, ob die Bedrohungen von innen oder von außen kommen. An Denkmalschutz denkt man in diesem Kontext aber eher selten. Genau das will der Tag des offenen Denkmals 2026 ändern, der unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ steht. So kann man zwar wie an diesem Tag üblich Denkmale aller Gattungen und Kategorien besichtigen, aber es bietet sich eben auch die Gelegenheit, beispielsweise Blicke in historische Wasserwerke oder Anlagen der Elektrizitätserzeugung zu werfen, von denen nicht wenige noch heute treu ihren Dienst tun.
Zur Infrastruktur zählt aber auch das, was man in der Wirtschaftstheorie als „weiche Standortfaktoren“ bezeichnet, und hier kommen dann an einer der vorderen Stellen auch die weitreichend bekannten und vielbesuchten Kulturdenkmale ins Spiel, etwa die über Eisenach thronende Wartburg. Hier wiederum gilt es, das Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz und öffentlicher Nutzung auszuloten, wofür man freilich erstmal verlässliche Informationen über die Bausubstanz und deren Geschichte benötigt. Dass selbst ein prominentes Objekt wie die Wartburg hier noch große Lücken im Kenntnisbestand aufweist, mag überraschen, ist aber tatsächlich der Fall. In einem langfristigen Gemeinschaftsprojekt der Wartburg-Stiftung und des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie sollen diese Lücken nun schrittweise geschlossen werden. Erste Ergebnisse, nämlich die zum Palas als dem Herzstück der Burg, können nunmehr im neuen Buch „Der Palas der Wartburg. Auf der Suche nach dem Original“ nachgelesen werden, das übrigens auch ein Ergebnis von Netzwerkarbeit, nämlich von vielen Fachleuten in interdisziplinärer Zusammenarbeit, ist.
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