Bauer, Landtagsabgeordneter, Baumeister, Dichter …
Der am 21.1.1800 in Dobraschütz, einem Dorf westlich von Altenburg, geborene Zacharias Kresse entwickelte sich zu einem einzigartigen Multitalent. Er wurde Abgeordneter des Landtages im Herzogtum Sachsen-Altenburg, fungierte als Baumeister nicht nur bei Neubauten auf seinem eigenen Hof, sondern auch andernorts, war dichterisch tätig, Mitglied zahlreicher Vereine – und nicht zuletzt führte er seinen eigenen Hof mehr als ein halbes Jahrhundert lang zu wirtschaftlicher Blüte. Als er am 1.10.1876 starb, war er ein hochgeehrter Mann.
Sein Status lässt sich nicht zuletzt auch daran ermessen, dass sich die Historiker noch im zweiten Jahrhundert nach seinem Tod mit ihm und seinem Schaffen befassen. Im Jahr 2000 etwa richtete die Geschichts- und Altertumsforschende Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg e.V. ein Symposium aus, dessen Beiträge die vielen Facetten von Kresses Leben und Schaffen beleuchteten. Diese Beiträge sind im 4. Heft des 16. Bandes der Mitteilungen der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes zusammengefasst und geben einen ebenso materialreichen wie kompakten Überblick zu diesem Mann. Zu heben blieb allerdings noch ein ganz besonderer Schatz, nämlich die handschriftliche Autobiographie Zacharias Kresses. Deren veröffentlichungsreifer Aufarbeitung haben sich in jahrelanger Kleinarbeit Andreas Klöppel und Reinhart Siegert gewidmet und können das fertige Buch nun am 9.4.2026 um 19.00 Uhr im Bachsaal des Residenzschlosses Altenburg in einer Gemeinschaftsveranstaltung der Historischen Kommission für Thüringen, des Vereins für Thüringische Geschichte und der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes vorstellen. Dieses Zeitdokument ermöglicht faszinierende Einblicke in zahlreiche Aspekte der Bildungs-, Kultur-, Wirtschafts- und politischen Geschichte des 19. Jahrhunderts nicht nur im Altenburger Land.
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